Ausbildungsberufe im Reitsport – der Überblick

Die große Begeisterung für Pferde verleitet viele Jugendliche früher oder später, sich mit den angebotenen Ausbildungsberufen in diesem Segment auseinanderzusetzen. Warum sollten junge Menschen auch nicht das Hobby zum Beruf machen und eine Karriere in ständiger Nähe zu den majestätischen Tieren anstreben?

Im Reitsport gibt es verschiedene Ausbildungsberufe, die einen engen Kontakt zu Pferden ermöglichen. Pferdewirt ist ein Klassiker in diesem Bereich. Doch das Angebot ist deutlich breiter gefächert. Wir geben einen Überblick über die Ausbildungsberufe im Reitsport.

Pferdewirt

Pferdewirt ist der wohl bekannteste Ausbildungsberuf im Reitsport. Wer diesen Beruf ergreift, muss über eine gute körperliche Fitness und mentale Stärke verfügen. Vorkenntnisse bezüglich des Umgangs mit Pferden sind für diese Berufsrichtung nicht zwingend erforderlich. Bevor mit der Ausbildung begonnen wird, muss Klarheit herrschen, dass sich der Arbeitsalltag stark von dem eines Angestellten oder Arbeiters unterscheidet. Feste Arbeitszeiten und Pausen sind eher die Ausnahme, denn in einem Pferdebetrieb geben die tierischen Bewohner den Lebensrhythmus vor.

Wer eine Ausbildung als Pferdewirt absolvieren will, muss sich für einen staatlich anerkannten Ausbildungsbetrieb entscheiden. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Die theoretischen Grundlagen werden in der Berufsschule vermittelt. Die praxisbezogene Ausbildung erfolgt im Lehrbetrieb. Eine Zwischenprüfung steht am Ende des ersten Ausbildungsjahres auf dem Programm. Mit der bestandenen Abschlussprüfung ist die Ausbildung zum Pferdewirt abgeschlossen.

Auszubildende haben bei der Ausbildung zum Pferdewirt die Wahl zwischen fünf verschiedenen Fachrichtungen. Bei der klassischen Reitausbildung stehen das Reiten, die Beurteilung und die Vorbereitung der Pferde auf Wettkämpfe im Mittelpunkt. Bei der Fachrichtung Pferdehaltung liegt der Schwerpunkt auf dem fachkundigen Bewegen der Tiere und der artgerechten Unterbringung.

Wer die Fachrichtung Pferdezucht wählt, kennt sich nach der Ausbildung mit allen Zuchtmethoden und mit der Arbeit in einem Zuchtbetrieb aus. Experten für Trabrennen und Traber sind Pferdewirte, die die Fachrichtung Pferderennen gewählt haben, während es in der Fachrichtung Spezialreitweisen um die Ausbildung von Pferden und Reitern in bestimmten Reitweisen geht. Auf der virtuellen Pferdemesse stellen sich einige Ausbildungsbetriebe vor, die eine Ausbildung in mindestens einer dieser Fachrichtungen anbieten. 

Die Ausbildung zum Pferdewirt erfolgt dual. Berufsschule und die Arbeit in einem Ausbildungsbetrieb werden zeitgleich absolviert, wobei die Themen eng verzahnt sind. Grundsätzlich stehen die Themen Dressur, Pferderennen und Zucht im Mittelpunkt. Während es bei der Dressur darauf ankommt, dass Mensch und Pferd zu einer Einheit verschmelzen und einander blind vertrauen, geht es beim Pferderennen darum, die Tiere zu Höchstleistungen zu befähigen.

Video: Beruf Pferdewirt - Klassische Reitausbildung

Tierarzt

Tierarzt gehört zu den häufigsten Berufswünschen unter Kindern. Tierärzte kümmern sich um kranke und verletzte Tiere und leiten die notwendigen Behandlungen in die Wege. Darüber hinaus führen Tierärzte Operationen durch. Häufig lassen sich Tierärzte mit einer eigenen Kleintierpraxis nieder, wo Haustiere wie Hunde und Katzen, aber auch exotische Tiere wie Schlangen und Papageien behandelt werden.

Ein Tierarzt für Großtiere muss mobil sein, denn Kühe, Schweine und Pferde werden in der Regel vor Ort behandelt. Die Tätigkeiten werden in der Regel im ländlichen Raum ausgeführt, wo neben landwirtschaftlichen Betrieben auch Reiterhöfe ansässig sind.

Wer später als Tierarzt praktizieren will, muss zunächst ein Studium der Veterinärmedizin absolvieren, das sich in der Regel über einen Zeitraum von 11 Semestern oder 5,5 Jahre erstreckt. Das Studium besteht aus einem wissenschaftlich-theoretischen Teil und einer praxisbezogenen Ausbildung. Den Abschluss bildet eine tierärztliche Prüfung, mit der das sogenannte Staatsexamen erlangt werden kann.  

Tierpfleger

Ein weiterer Ausbildungsberuf, der den engen Kontakt mit Pferden ermöglicht, ist die Ausbildung zum Tierpfleger. Angeboten werden die Fachrichtungen Tierheim und Tierpension, Forschung und Klinik sowie Zoo. Bei der erstgenannten Fachrichtung haben die Azubis vorrangig mit Haustieren zu tun. Wer im Bereich Forschung und Klinik tätig ist, kümmert sich um erkrankte oder verletzte Tiere. Im Fachbereich Zoo liegt der Schwerpunkt nicht auf einer bestimmten Tierart.

Die Ausbildung zum Tierpfleger ist eine duale Ausbildung und dauert drei Jahre. Dual bedeutet, dass die Azubis an der Berufsschule unterrichtet werden und zeitgleich in einem Ausbildungsbetrieb arbeiten bzw. ausgebildet werden. Auszubildende sind verpflichtet, ein sogenanntes Berichtsheft zu führen, in dem die Tätigkeiten erfasst werden. Dieses Berichtsheft überprüft der Ausbilder in regelmäßigen Abständen. Eine schriftliche Zwischenprüfung steht in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres an. Am Ende müssen die Azubis mehrere schriftliche und eine mündliche Abschlussprüfung absolvieren.

Hufschmied

Hufschmied ist in Deutschland zwar kein ausgewiesener Ausbildungsberuf, muss aber der Vollständigkeit halber mit angeführt werden. Wer diesen Beruf ergreifen und Pferde mit neuen Eisen ausstatten will, muss eine abgeschlossene Ausbildung in einem metallverarbeitenden Beruf nachweisen. Erst unter dieser Voraussetzung erfolgt die Zulassung für eine Weiterbildung zum Hufschmied. 

Die Weiterbildung dauert zwei Jahre und besteht aus einer viermonatigen Fachschulphase und einem deutlich längeren Praxisteil. Im Rahmen eines vierwöchigen Einführungskurses lernen die Teilnehmer die richtige Verwendung der Werkzeuge und den fachgerechten Umgang mit den Pferden. Ein Hufschmied ist mitverantwortlich für die Leistungsfähigkeit und die Gesundheit der Tiere. Aus diesem Grund schließt die Weiterbildung einen Grundkurs in tiermedizinischem Wissen ein.

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