Der perfekte Reitstiefel

Ein Reitstiefel ist ein speziell für den Reitsport entwickelter Stiefel mit langem Schaft und glatter Sohle. Die ersten Reitstiefel wurden im Mittelalter getragen, wo sie die bewaffneten Reiter vor Verletzungen durch Bodentruppen schützen sollten. Heute ist der Reitstiefel Bestandteil der klassischen Reitausrüstung. Die Beinbekleidung ist in der Gegenwart nicht nur ein funktionales Kleidungsstück, sondern auch ein modisches Accessoire. 

Reitstiefel: Für das Plus an Sicherheit

Reitstiefel wurden eigens für den Reitsport entwickelt. Das Schuhwerk sorgt für das Plus an Sicherheit im Pferdesattel – sowohl für das Pferd als auch für den Reiter. Mit den Beinen wird während des Reitens Druck auf den Pferdekörper ausgeübt, um dem Tier Hilfestellung zu geben. Mit dem falschen Schuhwerk kann dieser Vorgang Druckstellen hervorrufen oder gar zu Verletzungen führen. Reitstiefel geben den Beinen Halt und ermöglichen eine präzise Hilfestellung.

Neben dem Pferderumpf schützen die Stiefel auch den Reiter. Beim Ritt durch schwieriges Gelände mit Gestrüpp oder Buschwerk sind die Beine des Reiters ohne passende Bekleidung durch peitschende Zweige und Dornen gefährdet. Reitstiefel verhindern beim Ritt durch flaches Unterholz, dass die Waden oder Knöchel des Reiters verletzt werden. Last but not least: Reitstiefel sind Teil der Turnierausrüstung. Sowohl beim Springreiten, als auch bei der Dressur und beim Pferderennsport ist das spezielle Schuhwerk vorgeschrieben.

Perfekter Reitstiefel: Die optimale Schafthöhe

Reitstiefel werden mit unterschiedlicher Schafthöhe angeboten. Reitstiefelletten und halbhohe Westernstiefel liegen zwar im Trend, doch der perfekte Reitstiefel nach englischem Vorbild endet knapp unterhalb der Kniescheibe. Reitstiefel mit kürzerem Schaft sind insofern problematisch, als sie sich unter dem Sattelblatt verhaken können und den Reiter bei der Hilfestellung behindern. Die glatte Oberfläche bei einem Reitstiefel mit kniehohem Schaft verhindert darüber hinaus, dass dem Pferd Schürfwunden oder Verletzungen zugefügt werden.

Beim Kauf von Reitstiefeln aus Leder ist darauf zu achten, dass sich das Material im Gebrauch setzt. Das bedeutet, dass der Schaft nach längerer Benutzung um 1 bis 2 Zentimeter kürzer wird. Wer eine längere Einlaufphase in Kauf nehmen möchte, sollte ein Modell wählen, dessen Schaft ca. 1 Zentimeter höher ist, als das Idealmaß. Während der Einlaufphase kann es sein, dass der obere Rand in der Kniekehle zwickt, sobald die Beine angewinkelt werden. Weiterführende Informationen zum passgenauen Sitz der Reitstiefel halten mehrere Aussteller auf der virtuellen Pferdemesse für Sie bereit.

Video: Tipps & Tricks: Stiefel putzen

Ausschließlich glatte Oberfläche

So hübsch und trendig Nieten, Strass-Steine und modische Applikationen auf Schuhen auch aussehen mögen, auf Reitstiefeln haben diese Accessoires nichts verloren. Die Oberfläche der Stiefel muss unbedingt glatt sein. Das gilt unabhängig von der Schafthöhe. Nieten oder Applikationen können während eines Ausrittes den Pferdebauch verletzen oder zu Hautabschürfungen führen. Reitstiefel mit glatter Oberfläche hingegen ermöglichen eine präzise Hilfestellung, ohne dass das Pferd gesundheitlich beeinträchtigt wird. Ähnlich verhält es sich mit Sporen. Diese sollten nur erfahrene Reiter einsetzen, die im Umgang mit diesem Reithilfsmittel geübt sind.

Absatz und glatte Sohle

Der perfekte Reitstiefel besitzt eine durchgehende glatte Sohle mit einem kleinen Absatz. Die Sohle darf kein Profil haben, damit sich der Stiefel nicht im Steigbügel verhaken kann. Bleibt der Reiter während des Ausrittes mit den Füßen hängen, kann keine präzise Hilfestellung mit den Beinen mehr erfolgen, was beim Pferd zu Irritationen führen kann. Der Absatz ist erforderlich, damit der Reitstiefel nicht durch den Steigbügel rutscht, was die gleichen Konsequenzen hätte wie ein Verhaken. Reitstiefel besitzen in der Regel eine durchgehende Sohle, die aus einem Stück gefertigt wurde.

Materialien für Reitstiefel

Reitstiefel werden aus unterschiedlichen Materialien gefertigt. Welches Material für Sie infrage kommt, entscheiden Sie in Abhängigkeit vom Tragekomfort. Die Mehrzahl aller Reitstiefel wird aus Leder hergestellt. Das Naturmaterial ist atmungsaktiv und passt sich der Beinform an. Reitstiefel aus Leder geben dem Reiter maximale Stabilität und sind langlebig. Klassische Reitstiefel, wie sie vergleichsweise oft in England getragen werden, bestehen aus einer PVC-Gummi-Mischung. Dieses Material ist weicher als Leder und braucht keine Einlaufphase, um die optimale Passform zu erreichen. Reitstiefel aus einer PVC-Gummi-Mischung sind leicht zu reinigen und besitzen wasserabweisende Eigenschaften. 

Verschiedene Reitstiefelarten

Grundsätzlich richtet sich die Wahl der Reitstiefel nach dem Reitstil bzw. der Reitsportdisziplin. Die Modelle weisen minimale Unterschiede auf. 

Springstiefel: Springstiefel werden aus einem weichen, nachgiebigen Leder hergestellt, das dem Reiter ein Höchstmaß an Bewegungsfreiheit und Flexibilität während der Sprünge gewährt.

Dressur-Reitstiefel: Dressur-Reitstiefel sind mit einem sogenannten Dressurbogen ausgestattet. Er befindet sich an der oberen Außenkante und lässt das Bein optisch länger erscheinen. Die Reitstiefel werden aus einem härteren Leder gefertigt als Springstiefel. 

Reitstiefelletten: Reitstiefelletten enden in der Regel über dem Knöchel und werden in der Praxis häufig, mit sogenannten Leder-Chaps kombiniert. Dabei handelt es sich um einen speziellen Beinschutz, der den Unterschenkel vor Zweigen und Dornen schützt.

Westernreitstiefel: Westernreitstiefel werden aus dickem Rindsleder gefertigt, dass das Bein vor Dornen und den Hörnern der Rinder schützt. Der Absatz ist mit einer Höhe von 4-5 cm höher als beim klassischen Reitstiefel. Bei Westernreitstiefeln variiert die Höhe des Schaftes.

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