Das ideale Springpferd – welche Eigenschaften sollte es haben?

Springpferde sind die Athleten unter den Pferden. Sie müssen bestimmte körperliche Merkmale aufweisen und über bestimmte Charaktereigenschaften verfügen, um im Wettkampf gute Resultate zu erzielen. Springpferde müssen kräftige Gelenke und strapazierfähige Sehnen besitzen und sie müssen über Kampfgeist und Selbstbewusstsein verfügen, um Hindernisse sprunggewaltig zu überwinden.

Nicht jede Pferderasse eignet sich für diesen Sport. Beim Springreiten müssen Hindernisse überwunden werden, die einige Pferde aufgrund ihres Körperbaus gar nicht überwinden können. Andere Pferde scheiden wegen ihres heißblütigen Temperaments als Partner beim Springreiten aus. An dieser Stelle erfahren Sie, welche Eigenschaften das ideale Springpferd haben sollte.

Körperbau von Springpferden

Springpferde müssen bestimmte körperliche Merkmale besitzen, die es ihnen ermöglichen, Hindernisse ohne große Schwierigkeiten zu überwinden. Darüber hinaus müssen die Tiere in der Lage sein, die Schrittabfolge beim Anlauf richtig einschätzen zu können, um den Sprung mit der nötigen Harmonie zu absolvieren. Sie müssen über ein ausgeprägtes Rhythmusgefühl verfügen, damit es während des Sprungs nicht zu Stürzen oder Unfällen kommt.

Das ideale Springpferd besitzt eine kräftige lange Schulterpartie, ausreichend angewinkelte Hinterbeine und einen vergleichsweise hoch ansetzenden Kopf. Ein weiteres Merkmal ist eine schräge, gut gerundete  Kruppe. Die Kruppe ist das Hinterteil des Pferdes, das beim Menschen als Gesäß bezeichnet wird. Sie zeichnet sich durch gute Tragfähigkeit und einen perfekten Bewegungsspielraum aus.

Der Rücken von klassischen Springpferden ist vergleichsweise lang und kräftig. Gleiches gilt für den Widerrist. Gute Springpferde haben eine gute Gurttiefe und besitzen eine breite muskulöse Brust. Weniger wichtig für den Erfolg oder Misserfolg ist bei Springpferden das Stockmaß. Die Tiere müssen den Mut aufbringen, Hindernisse zu überwinden. Die Größe spielt in diesem Kontext nur eine untergeordnete Rolle. Unabhängig von dieser Tatsache sind die meisten Springpferde zwischen 1,65 m und 1,74 m groß. 

Mehr Einzelheiten zum idealen Körperbau von Springpferden und zum Einfluss von Widerrist und Kruppe auf das Sprungverhalten halten verschiedene Aussteller auf der virtuellen Pferdemesse für Sie bereit. An den virtuellen Ständen erfahren Sie, welche Pferderassen sich optimal für das Springreiten eignen und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Video: [34] Springen von "hohen" Sprüngen | S - Springpferd | live Kommentar

Mentale Eigenschaften von Springpferden

Neben dem Körperbau verfügen Springpferde auch über bestimmte mentale Eigenschaften, die sie für den Springreitsport qualifizieren. Die Tiere müssen ein gutes Konzentrationsvermögen mitbringen und müssen über gute Reaktionsfähigkeiten verfügen. Schließlich kommt es im Wettkampf darauf an, den exakt richtigen Moment zum Absprung zu erwischen. Dafür sind beide Eigenschaften Grundvoraussetzungen.

Springpferde müssen darüber hinaus über ein hohes Maß an Nervenstärke und Disziplin verfügen. Sie müssen den Anweisungen des Reiters blind gehorchen und dürfen sich von einem abgeworfenen Hindernisteil oder einem verpatzten Sprung nicht entmutigen lassen. Springpferde sind besonders gelehrige Tiere, die die einstudierten Bewegungsabläufe auch unter Wettbewerbsbedingungen problemlos umsetzen können.

Nicht zu unterschätzen sind Eigenschaften wie Kampfgeist und Temperament. Letzteres darf allerdings nicht überbordend sein. Regelrechte Heißsporne haben nur geringe Aussichten, im Wettkampf zu bestehen. Kampfgeist sollten Springpferde mitbringen, da sie es sind, die über den Ausgang eines Reitturniers entscheiden. Nur ehrgeizige Pferde nehmen die Herausforderung an und setzen im entscheidenden Moment die erforderlichen Energien frei. 

Sprungtechnik und Basculieren

Der Begriff „Bascule“ stammt aus dem Französischen und bezeichnet eine gute Körperhaltung des Pferdes über dem Sprung. Im Idealfall wölbt sich der Rücken auf und geht in eine Dehnungshaltung über. Insbesondere die Oberlinie rückt dabei in den Fokus. Darüber hinaus werden die Hals- und Kopfhaltung bewertet. Eine erstklassige Sprungtechnik beinhaltet auch eine gute Beinarbeit. Gute Springpferde sind in der Lage, Vorder- und Hinterbeine perfekt anzuwinkeln und den Sprung besonders harmonisch wirken zu lassen. Die „Bascule“ ist in hohem Maß vom Körperbau des Pferdes abhängig. Im Training können nur einzelne Elemente wie der Absprung, das Anwinkeln der Beine und die Landung gezielt verbessert werden.

Gangarten beim idealen Springpferd

Springpferde verfügen über einen raumgreifenden, gelösten Schritt. Beim Trab heben die Hufe schwungvoll und federnd vom Boden ab. Noch wichtiger als der Laufstil beim Trab ist die Gangart beim Galopp. Vor dem Hindernis werden die Tiere angetrieben, um eine gewisse Grundgeschwindigkeit zu erreichen. Sie wechseln vom Trab in den Galopp, der schwungvoll und vorwärts gerichtet ist. Trotz der schnellen Gangart erfolgt keine Verlagerung des Körperschwerpunktes auf die Vorderbeine. Springpferde bleiben bei jeder Gangart in einem natürlichen Gleichgewicht. 

Welche Pferderassen eignen sich als Springpferde?

Einige Pferderassen eignen sich aufgrund der Anatomie und der mentalen Fähigkeiten besser zum Springpferd als andere. Beliebte Springpferde sind Hannoveraner, die ein markantes Gangwerk und einen nahezu rechteckigen Körperbau besitzen. Aus dem Norden Europas stammt das Schwedische Warmblut, das als echter Profi unter den Springpferden gilt. Im 17. Jahrhundert wurden die Tiere von der schwedischen Kavallerie für den Einsatz bei kriegerischen Auseinandersetzungen gezüchtet.

Vertreter der Pferderasse Holsteiner eignen sich wegen ihres athletischen Körperbaus ebenfalls gut als Springpferde. Die Tiere zeichnen sich durch starke Nerven und große Einsatzfreude aus. Eine weitere Pferderasse, deren Vertreter sich gut als Springpferde eignen, ist der Oldenburger. Die langen Beine sind mit starken Knochen ausgestattet und die kräftigen Beine überzeugen mit großer Sprungkraft.

Die wichtigste Sportpferderasse aus Frankreich trägt den Namen Cheval de Selle. Die Tiere werden vorrangig als Springpferde eingesetzt. Charakteristische Merkmale dieser Rasse sind die muskulösen Hinterbeine und die belastungsfähigen Sprunggelenke. Pferde der Rasse Cheval de Selle Pferde haben ein Stockmaß von 155 bis 175 cm und verfügen über einen ausgeglichenen Charakter.

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